Wir die UnterzeichnerInnen unterstützen Occupy:Frankfurt (O:F), die politische Mahnwache vor der EZB als Teil der globalen Occupy-Bewegung.
Wir begrüssen die Politisierung des öffentlichen Raums, den friedfertigen Widerstand gegen die Willkür der Finanzmärkte und die daraus resultierende Kürzungs- und Verarmungspolitik.
Wir sind für den Verbleib dieses politschen Mahnmals als unübersehbarer und gelebter Ausdruck städtischer und gesellschaftlicher Empörung, als Zeichen der Solidarität angesichts skandalöser Ungleichheit und Ungerechtigkeit unseres Gesellschaftssystems.
Seit O:F am 15.10.2011 als politischer Akteur die öffentliche Bühne betrat, ist dieser Protest heute dringlicher den je zuvor. Die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Ordnungs- und Wertesysteme kollabieren. Das Ausplündern öffentlicher Kassen zur Rettung privater Grossgläubiger, Aufrechterhaltung des Casinokapitalismus, sowie die Spardiktate, wirken als Brandbeschleuniger der Krise. Grundgesetzwidrige Ausnahmezustände/Stadtblockaden, zerstören die demokratische Verfasstheit und den Zusammenhalt der Gemeinwesen.
2010 belief sich das Gesamtvermögen in Deutschland auf rund 10 Billionen Euro. Allein 1 Promille der Bevölkerung besitzt davon 22 Prozent. Die Hälfte der Deutschen verfügt dagegen über ein Nettovermögen von Null Euro! (Quelle: O:F Diskurs Gruppe Wirtschaft) Dieser unsoziale, menschliche, natürliche Ressourcen verschwendende Lebensstil bildet den schlagenden Gegenbeweis einer angeblich auf Effizienz basierenden Wirtschaftsweise.
Vor der EZB der Schnittstelle von Kommerz, Kultur, Prekariat, lebt O:F den Entwurf einer sozialen Stadt, einer “Stadt für Alle”. Konsequent stellt sich O:F, das Protestcamp, den lokalen Folgen der sog. Finanz- und Staatsschuldenkrise. Die Protestformen erachten wir als zeitgemässen Ausdruck teilhabender Demokratie, kritischer Willensbildung und zivilgesellschaftlichen Aufbegehrens. Das Protestcamp verstehen wir als selbstbestimmtes Experiment einer solidarischen Gesellschaft, leibhaftiger Praxis von Bürger- und Menschenrechten.
O:F macht Ernst mit dem Gemeinwohl-Versprechen der politisch Verantwortlichen. Nimmt sie beim Wort. Durch O:F werden die eklatanten Versäumnisse etablierter Politik endlich öffentlich. O:F stellt sich dar als eine beispielhafte Suchbewegung nach Alternativen. Bietet tagtäglich ebenso vielfältige wie widersprüchliche Lösungsansätze, bündelt und vernetzt Sach- und Fachkompetenz.
Aus O:F entwickelten und entwickeln sich zahlreiche Intiativen und Bündnisse.
Hier einige Beispiele:
Radio99Prozent.de steht für Transparenz, manipulationsfreie Berichterstattung und informiert über Aktionen und Veranstaltungen von und mit O:F. Durch Ästhetisierung des öffentlichen Raums, politisierende Happenings, übersteigt Occupy-Public-Space eingefahrene Weisen der Wahrnehmung und öffnet Horizonte. Bei der EOCB (European Occupied Central Bank) erhält frau/man eine zinslose Refinanzierung mittels der beliebten 500er OCG-Units (Occupy Global Currency). EOCB analysiert tagesaktuell den Verfallsprozess unseres Finanzsystems. Alle sind herzlich eingeladen EOCB KundInnen zu werden. Im Verbund mit Occupy:Money entwickelt O:F Vorschläge zu einer den Gemeininteressen dienenden Finanzordnung und einem realitätsgebunden Geldsystems.
Dauerhaftes Wohnen, die Besetzung öffenlichen Raums, wendet sich auch gegen Gentrifizierung, renditeversessene Mietspiegel und Lagenaufschläge. Obdach- und Erwerbslose übernehmen bei O:F verantwortungsvolle Aufgaben, erfahren Wertschätzung statt soziales Abseits.
Insofern hier ein Vorzeigeprojekt i.S. der Biodiversität entsteht, unterstützt O:F die Pläne der Stadt zur Renaturierung der Wiese auf der Ostseite des Occupy-Camps. Wir stellen uns eine gentechnikfreie Zone vor, als Keimzelle einer sozial-ökologischen Stadt, der “1. Essbaren Grossstadt Deutschlands”. Das entspricht ausserdem den Wünschen des Frankfurter Bürgerhaushaltes nach Streuobstwiesen, Wildpflanzen, etc. in öffentlichen Grünanlagen.
O:F, das Camp und seine Bündnisse stehen für das Aushandeln einer menschenwürdigen, gerechten Gesellschaft, selbstbestimmt und frei von Ausgrenzung und Angst. Hiermit machen wir deutlich, nicht weiter zuzulassen, dass die Krise auf den Rücken von abhängig Beschäftigten, Erwerbslosen, Pensionierten, Prekären, Studierenden, Flüchtlingen und vielen anderen Betroffenen abgeladen wird. Weder hier noch anderswo!
Wir die Unterzeicher fordern die politisch Verantwortlichen der Stadt Frankfurt auf, gemeinsam mit O:F Lösungen zu finden, Findungskommisionen zu bilden und O:F tatkräftig zu unterstützen.
O:F darf nicht verunglimpft, das Camp aufgelöst werden!
Ohne verbindliche Lösungen und Zusagen, ausgehandelt zwischen O:F und Stadt Frankfurt, bleibt das O:F Protestcamp in drängdem öffentlichem Interesse unverzichtbar.
Wir appellieren an die Stadt Frankfurt den Konfrontationskurs gegen O:F unverzüglich zu beenden.
Vom Oberbürgermeister und den Entscheidungsträgern der Stadt erwarten wir sofortige und verbindlche politische Verhandlungen mit O:F, um dem Anspruch einer liberalen, weltoffenden und sozialen Stadt gerecht zu werden.
Mit meinem Eintrag bekräftige ich:
O:F ist gekommen um zu bleiben!
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