Einfache Wege zur Unterstützung

Seit die Occupy-Bewegung nun auch in Deutschland aktiv ist, melden viele Menschen Interesse an, die Aktivisten zu unterstützen. Nicht jeder hat aber die Möglichkeit, vor einem Bankgebäude in einem Zelt zu übernachten, doch gibt es andere Wege, sich einzubringen und die Bewegung voranzutreiben. Die folgende Liste beschreibt große und kleine Dinge, die (fast) jeder tun kann:

1. Verstehe die Bewegung und informiere dich

Die Chancen stehen gut, dass du dich früher oder später in einer Diskussion über die Occupy-Bewegung wiederfinden wirst. Eines der wichtigsten Dinge, die du tun kannst, ist, die Bewegung in dieser Diskussion fundiert darzustellen und sie somit zu unterstützen. Informiere dich. Schaue dir Videos an. Lese die Blogs der Aktivisten. Schaue die Livestreams. Beziehe deine Nachrichten aus unterschiedlichen und unabhängigen Quellen. Sei kritisch in Bezug auf die Informationen und Nachrichten der klassischen und etablierten Massenmedien, sie geben häufig ein falsches Bild der Bewegung und nur Teilinformationen wieder.

2. Bekenne dich und informiere andere

Es gibt Leute, die eine Idee in ihren Grundgedanken gutheißen und sie auch unterstützen, sich aber leider darüber ausschweigen.
Wir alle haben unsere Verantwortungen und Verpflichtungen, denen wir nachgehen müssen, unser eigenes Leben mit vielen kleinen Aufgaben. Doch bedenke, dass es Menschen gibt, die genau dieses Leben unterbrechen, um draußen in der Kälte und im Regen zu schlafen, sich ggf. Polizeigewalt aussetzen, um eine Idee durchzusetzen, die uns alle miteinander verbindet.
Wenn du dich für die Idee der Occupy-Bewegung begeisterst, lass es andere wissen. Diese Bewegung ist für viele sehr emotional und jeder bringt seine eigenen Emotionen mit. Bring auch du deine. Und sprich darüber. Mit Kollegen, mit Freunden, in der Schlange an der Kasse. Trage deine Meinung auf Buttons und Shirts. Nimm deine Kamera zu Demos und Versammlungen mit und mache deine eigene Berichterstattung. Blogge über das, was dich dazu bewegt, diese Idee zu unterstützen.

3. Verfolge die Aktivitäten der Bewegung in sozialen Netzwerken

Facebook, Twitter, Live-Webcams, Chats, Blogs: All dies sind soziale Netzwerke, die auch du nutzen kannst, um mit anderen Mitgliedern der Occupy-Bewegung in Kontakt zu kommen.
Fast jede lokale Occupy-Gruppe hat mittlerweile ihren eigenen kleinen Bereich in den sozialen Netzwerken. Gruppen wie Occupy Together tragen Informationen, Neuigkeiten und Veranstaltungen zusammen. Irgendwo ist immer etwas los, die Bewegung ist in Bewegung!

4. Bewege deinen Kopf und dein Geld wird folgen!

Die großen Banken befinden sich in einer unglaublichen Machtsituation, es wird mit Not und Elend spekuliert, es finden Investitionen in Rüstungs- und Atomindustrie statt.
Du hast nicht nur die Wahl, alle vier Jahre ein Kreuzchen zu machen: In einem Finanzkapitalismus ist Geld die stärkste Stimme. Du hast jeden Tag die Wahl, mit deinem Konsumverhalten die Dinge zu beeinflussen.
Lass dein Konto umziehen zu einer Bank, die verantwortungsbewusst und ethisch vertretbar mit deinem Geld umgeht. Der Abzug von angelegtem Kapital ist eine schmerzhafte Erfahrung für jedes Kreditinstitut. Lasse deine Bank und jeden anderen wissen, warum du wechselst. Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind eine gute Alternative zu den großen Geschäftsbanken.

5. Ein leerer Magen protestiert nicht gern

Finde heraus, wo Aktivisten in deiner Nähe campieren und suche nach Restaurants oder Bäckereien in der Umgebung, die die Menschen vor Ort mit Nahrungsmitteln versorgen können. Über eine Pizzalieferung in ein Occupy-Camp freut sich jeder der dort Anwesenden. Gehe einkaufen und überrasche die Campbewohner mit frischem Obst, Gemüse, Brot, Tee, Kaffee oder einem selbstgebackenen Kuchen. Was immer du bringst: Es ist genug. Jede Spende wird gerne und freudig angenommen.
Natürlich macht eine Pizza kein großes Camp satt. Aber eine Pizza kann geteilt werden, besonders unter Menschen, die einer Bewegung angehören, die sich gegen Habgier ausspricht!

6. Sammle Spenden

Die meisten Occupy-Camps veröffentlichen in Blogs und sozialen Netzwerken regelmäßig eine Liste von Dingen, die benötigt werden. Einige sind leicht zu beschaffen, andere wiederum sind etwas spezieller.
Je mehr Leute wissen, was im Camp gebraucht wird, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Dinge auch dort ankommen. Frage also auch in deinem Freundeskreis oder unter Kollegen, ob hier geholfen werden kann. Mache einen Aushang an der Uni und sammle so warme Decken, Zelte oder Schlafsäcke. Bücher, Regenschirme, Nahrungsmittel, Getränke, Erste-Hilfe-Bedarf: Viele Menschen haben etwas davon und geben es gerne für eine gute Sache. Denn die meisten Leute – auch diejenigen, die die Bewegung nicht über das Internet verfolgen (können) – sympathisieren mit dem Occupy-Movement und sind froh, wenn sie etwas dazu beitragen können.

7. Spende ein paar Euro

In den meisten Camps findest du irgendwo ein Glas oder eine Box für Geldspenden. Dieses Geld wird nicht nur genutzt um die Bewegung am Laufen zu halten, sondern wird in vielen Camps auch für eventuelle Rechtsstreitigkeiten in der Zukunft zurückgelegt. Man kann ja nie wissen.
Für finanzielle Spenden an Occupy:Frankfurt informiere dich bitte unter Spenden.

8. Besuche die Camps und bleibe eine Weile

„Dafür bin ich zu alt!“, „Draußen pennen ist nichts für mich!“, „Ich hab‘s im Rücken!“ -
Trotzdem bist du Teil der Occupy-Bewegung! Die Camps sind für jeden offen, nicht nur für Leute, die sofort mit Sack und Pack dort einziehen wollen.
Besuche das Camp in deiner Nähe vor oder nach deiner Arbeit oder in der Mittagspause. Nimm deine Freunde und deine Kinder mit, oder auch deine Eltern. Sprich mit den Menschen vor Ort. Sie sind da, um mit anderen zu sprechen.
Hab keine Angst, falls Du keinen kennst. Bis vor kurzem kannten sich die meisten Camper untereinander auch noch nicht.
Habe keine Scheu, abends „tschüss“ zu sagen und nach Hause zu fahren. Keiner wird böse sein, dass du gehst. Alle werden sich freuen, dass du da warst.
Zeige deine Wertschätzung, denn jedes Occupy-Camp besteht nur, weil viele Menschen sehr selbstlos handeln.
Erscheine zu den Versammlungen, die meist abends stattfinden. Nimm einfach teil, jeder ist willkommen. Nimm Informationen mit und trage diese weiter.

9. Sei da, wenn du gebraucht wirst

Manchmal braucht man einfach nur Menschen. Viele Menschen. Ohne all die Menschen auf den Straßen wäre diese Bewegung zu Ende gewesen, bevor sie begonnen hätte. Also halte Augen und Ohren auf, und sei an Ort und Stelle, wenn es darum geht zu zeigen, dass wir die 99 % sind. 99 % sind nämlich eine ganze Menge.

10. Biete Mitfahrgelegenheiten an

Wenn du viel mit dem Auto unterwegs bist und zwischen größeren Städten pendelst, biete einen Platz in deinem Auto an. Viele Camp-Bewohner kommen von weiter her, haben nicht viel Geld und müssen häufig ihre letzten Münzen zusammenzählen, um mit der Bahn für ein paar Tage nach Hause zu kommen. Frage also im Camp in deiner Nähe nach, ob du vielleicht deinen Beifahrersitz anbieten kannst.