Vom Hinhalten zum Hinterhalt
Am Freitag dem 20. Juli 2012 kam es zum vierten und vermutlich letzten Gespräch zwischen Occupy:Frankfurt (O:F) und Ordnungsdezernent Frank. Ultimativ forderte er, das O:F Camp müsse Ende des Monats “besenrein” übergeben werden.
Statt die von O:F seit Wochen durchgeführte Transformation, die Umgestaltung des Camps zu einer schlagkräftigen Basis des friedlichen Protestes, zu erörtern, berief er sich auf dringenden Handlungsbedarf. Die hygienischen Zustände stellten eine gesundheitliche Gefahr dar, weswegen er keine andere Alternative sähe, als das Protestcamp zum 31.07 zu schliessen.
O:F Camp hatte in den zurückliegenden Wochen ein umfangreiches Sicherheitskonzept verabschiedet, dessen Umsetzung gegenwärtig greift. Die diesbezügliche Kooperation mit der Polizei verlief zumeist zuverlässig. Dafür dankt O:F ausdrücklich.
Die Aufräumarbeiten im Camp sind weit fortgeschritten. Dafür ist die Anhäufung des Sperrmülls an der Nordseite sichtbarstes Zeichen. Der Abtransport verzögert sich, da der Müllentsorger noch Aussenstände gegenüber O:F reklamiert. Diese werden augenblicklich beglichen. Zwischenzeitlich entstandene Schulden werden von O:F zeitnah bezahlt. O:F ist ebensowenig zahlungsunfähig wie ein säumiger Schuldner. Verlängerte Zahlungsfristen sind in der alltäglichen Ökonomie gang und gäbe. Bankenpleiten und Zahlungsausfälle werden hingegen tagtäglich sozialisiert. O:F bedarf keines Rettungsschirms. O:F hilft sich selbst und Anderen! Für die bisherigen Erfolge zur Bereinigung der Probleme im Camp zollte Frank vor zwei Wochen O:F ausdrücklich seine Anerkennung. “Ja, Sie können ruhig sagen, der Ordnungsdezernent lobt O:F!”.
Auf die Frage, ob O:F bislang etwa nicht alle Zusagen eingehalten habe, vermied Frank zuletzt jede Antwort.
Für das heutige Gespräch stand Frank im Wort, ein Konzept für die menschenwürdige Umsiedlung der Roma-Familien vorzustellen. Die Umweltdezernentin sollte sich äussern, zu dem von O:F vorgestellten Projekt der Biodiversität vor der EZB. Anstelle eines “langweiligen” (Frank) Rasens, soll rund um den gentechnikfreien, gegen Spekulation mit Nahrungsmittel, gepflanzten O:F Gartens, ein Leuchtturmprojekt urbaner Nachhaltigkeit entstehen.
