Jetzt sind wir alle Kumpel!
Wir leben in einer Zeit, in der in immer kürzeren Intervallen unsere Bürgerrechte in Europa außer Kraft gesetzt werden. Hinter der Demontage unserer Rechte können wir ein klares Prinzip ausmachen: Je mehr Menschen auf die Straße gehen, um gegen die drakonischen Sparmaßnahmen zu demonstrieren, desto schneller werden die Rechte zur freien Meinungsäußerung außer Kraft gesetzt. Einher geht diese Entrechtung mit einer immer brutaler agierenden Staatsgewalt – so geschehen in Griechenland!
Das gleiche können wir gerade in Spanien erleben. Vor zwei Wochen machten sich Hunderte Minenarbeiter auf den Weg nach Madrid. Sie wollten auf die Unterschlagung von EU-Geldern hinweisen, die dafür gedacht waren neue Arbeitsplätze in den Bergbauregionen zu schaffen.
Als sie in Madrid ankamen, solidarisierten sich Zehntausende Menschen mit den Minenarbeitern und liefen gemeinsam durch die Stadt. Die Reaktion der Ordnungsbehörden bestand darin, den zunächst friedlichen Protest niederzuknüppeln und mit Gummigeschossen zu beschießen – Panik brach unter den Demonstranten aus. Dutzende wurden verletzt, unter ihnen auch viele Frauen und Kinder. Als die Menschen in Spanien mibekamen was da in Madrid passierte, solidarisierten sich überall im Land Menschen mit dem Protest und gingen auf die Straße.
Als wir in Deutschland davon erfuhren, wollten auch wir unsere Solidarität mit den Menschen in Spanien zeigen. So kam es, dass ein bunter Haufen von etwa 50 Menschen am Freitag um 17 Uhr vor dem spanischen Konsulat auftauchte und eine Solidaritätsaktion durchführte.
Wir kamen gut gerüstet: Transparente, Schilder, Symbole, Bodenkreide, Sprechchöre und Reden waren unsere Waffen. Nachdem das Manifest eines Minenarbeiters verlesen worden war, hielten einige von uns Reden, um den Ernst der Lage klarer aufzuzeigen. Nachdem wir uns etwa 1,5 Stunden vor dem Konsulat aufgehalten hatten, beschlossen wir eine Spontandemo zu machen, was die Ordnungsbehörden doch ein wenig überraschte.
Bei unserem Weg durch die Stadt kamen immer mehr Polizisten hinzu, die die Straße für uns absperrten. Auf der Zeil angekommen, beschlossen wir eine kurze Kundgebung vor dem My Zeil Einkaufszentrum durchzuführen – Hunderte Menschen versammelten sich um uns, um sich anzuhören was wir zu sagen hatten. Als wir an der Hauptwache ankamen und genug Polizisten vor Ort waren um uns zu stoppen, sahen es auch die Ordnungsbehörden ein, dass es jetzt zu spät war um uns noch aufzuhalten – so konnten wir friedlich bis zu unserem Camp laufen und dort die Spontandemo im gegenseitigen Einverständnis beenden.
Die Regierungen in Europa müssen verstehen, dass sie es nicht schaffen werden uns, die Menschen Europas, zu spalten – wir werden gemeinsam für ein freies Europa der Menschen eintreten, in dem wieder die Bedürfnisse der Bevölkerungen im Mittelpunkt stehen werden. Wir werden nicht für insolvente Banken zahlen, damit sie alles mit unserem Geld privatisieren können und uns obendrein ihre Regeln aufdrücken!!!
von unserem Aktivisten Jan
Weitere Quellen zu Protesten in Spanien:
- Bodenfrost über Polizeigewalt in Spanien
- Beamte sperren spntan Hauptverkehrsweg
- Weitere Solidaritäts Demonstrationen
- Uhupardo
- Brutalidad policial en Ferraz el 13.07.2012
- Fierce clashes in Madrid: Spanish police fire rubber bullets at

